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Freitag, 9. September 2011

Der Vaginaraub - Sex'n'Rock'n'Horror Show

Ja, was habe ich denn eigentlich erwartet, als Christoph Glanemann (bekannt durch GOLDUST und vor allem durch den Penisraub) sein zweites Musical ankündigte? Ein Musical namens Vaginaraub übrigens - da hat er sich in Sachen Gleichberechtigung nicht lumpen lassen. Der Untertitel: Sex'n'Rock'N'Horror Show. Frei ab 18 Jahren. 

Provokation habe ich erwartet. Und Provokation habe ich bekommen. Nackte Haut, überdimensionierte Penisse (wie auch schon im Penisraub), Körperflüssigkeiten jeder Coleur, blutrünstige Operationen... am 6. September 2011 feierte der Vaginaraub in Münster Premiere.

Kurz zur Handlung: Penisse sind Sex und Sex ist Macht. Klar, dass der Weltherrscher die Macht der Penisse für sich nutzen will. Penisse erzeugen beim Sex Reibung, diese Reibung erzeugt Energie, welche sich wiederum zu Geld machen lässt (mal ein neuer Ansatz zur viel diskutierten Energiewende...). Sex wird abgeschafft. Zur Not auch mit Gewalt. 

Montag, 4. Oktober 2010

East Düsseldorf unter Regie von Oliver Krietsch-Matzura

Nein, Theater interaktiv erleben und erlaufen ist für die Theaterszene sicher nichts Neues. Für mich aber schon! East Düsseldorf, eines der Projekte von Drama Köln e.V., ist so ein Stück, das nicht von einem Klappsessel eines Theatersaals aus betrachtet werden will. 

Treffpunkt ist eine Bahnstation. Dann: Eintritt zahlen in die inszenierte Welt um East Düsseldorf. East Düsseldorf, das ist eine Analogie zur DDR. Warum Düsseldorf? Weil da alles anders ist, als im westlichen Köln? Vielleicht auch, weil die Uraufführung des Stücks einst in Düsseldorf stattfand. 

An der Bahnstation werden alle Besucher_innen mit einem Fragebogen ausgestattet, der die sozialistische Gesinnung überprüfen soll. Dazu gibt es einen Ausweis für die kommunistische, strikt sozialistisch organisierte Welt. An Kontrollpunkten werden Stempel eingesammelt und schließlich ein VEB-Hörgerät. Aus den Kopfhörern sprechen Zeitzeug_innen der ehemaligen DDR und irgendwann geht das Stück los. Aus den Zeitzeug_innen wird eine Sprecherin. Der Körper zur Stimme rennt die Straße entlang. Immer wieder. Und schon ist das Stück in vollem Gange und das Publikum läuft mit.