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Donnerstag, 12. Dezember 2013

#SayMyName 12: Morrissey - Margaret on the Guillotine

Morrissey - Viva Hate
Morrissey veröffentlicht Margaret on the Guillotine auf seiner ersten Solo-LP nach dem Ende der Smiths. Viva Hate (1988) heißt die LP. Die Lyrics des Songs sind denkbar simpel: "The kind people / Have a wonderful dream / Margaret on the guillotin". 

Schon 1988 sorgte der Song für eine kleine Kontroverse, weil vermutet wurde, dass mit der Margaret im Song die Margaret im Paralment gemeint sein könnte. Margaret Thatcher regierte von stand von 1979 bis 1990 der konservativen Regierung Englands vor und machte sich nicht nur in Pop-Kreisen unbeliebt. Der Thatchersimus, der unter anderem für einen runtergefahrenen Wohlfahrtsstaat und für einen traditionellen Patriotismus stand, stand den Ansichten vieler Pop-Protagonist_innen entgegen. So auch denen Morrisseys.

Montag, 9. Dezember 2013

#SayMyName 9: Nina Hagen - Prima Nina in Ekstasy

Nina Hagen: In Ekstasy
Es gibt auch Frauen, die gleich über sich selbst singen. Nina Hagen ist so eine. Auf ihrer LP Nina Hagen in Ekstasy (das ist die englische Version der Platte Nina Hagen in Ekstase, beide 1985) singt sie Prima Nina in Ekstasy. Der Song ist zwar recht punky, was den Gesang angeht, der Beat ist aber ein poppiger HipHop-Beat. Thematisiert Nina Hagen auch beides im Text: "I'm the mother of punk so what the funk / [...] I think I'm top 'cos I know how to hipp-hopp hipp-hopp don't stop". 

Der Song ist schlicht ein bisschen drüber. Gekrächze wechselt sich mit in Kinderreim-Sing-Sang-gesungenen Passagen ab. Was aber klar ist: Ganz in HipHop-Tradition ist Nina Prima Ballerina absolut überzeugt von sich. Das knallebunte Cover ist nur die logische Konsequenz der knallebunten Songs.

Samstag, 7. Dezember 2013

#SayMyName 7: Lady Gaga - Bloody Mary

Lady Gaga: Born This Way
Zugegeben, Bloody Mary ist einer der lahmeren Songs auf Lady Gagas LP Born This Way. Aber Judas und Scheiße und all die Hits tragen Männernamen oder Schimpfwörter im Titel und keinen Frauennamen. Auf Art Pop sind dann wieder ein paar vertreten... Venus, Donatella, Mary Jane Holland... aber die Vinyl-Version des Albums ist erst für Ende Dezember angekündigt und solange sie sich nicht in meiner Sammlung befindet, gehört sie nicht in die #SayMyName-Songvorstellungen.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

#SayMyName 5: Lifetime - Francie Nolan

Lifetime: Jersey's Best Dancers
New Jersey, das lässt mich an die Sopranos (die Serie spielt da) denken und an Bruce Springsteen (der wurde da geboren) und an Lifetime (die kommen da her). Lifetime haben 1997 die LP Jersey's Best Dancers herausgebracht (die dritte). Nicht mal 24 Minuten dauert das ganze Ding und zwei Songs haben Frauennamen im Titel: Hey Caterine und Francie Nolan. 

Letztere ist eine Romanfigur, die Betty Smith 1943 in ihrem Roman A Tree Grows in Brooklyn ins Leben gerufen hat. Der Roman ist in fünf Teile aufgeteilt und spielt in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Francie Nolan flüchtet aus der harten Armutsrealität, in der sie lebt, indem sie liest und sich in imaginäre Welten flüchtet. Nach einigen harten Jahren, sie verdingt sich unter anderem als Fabrikarbeiterin, bekommt sie sogar die Möglichkeit, zu studieren.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

#SayMyName 4: Pixies - Velouria

Bossanova LP von The Pixies
(Preisaufkleber auf LP-Hüllen sind scheiße!)
Die Pixies haben allein auf der LP Bossanova (1990) diverse Songs mit Frauennamen im Titel: Cecilia Ann, Allison, Ana, (Havalina?) und eben Velouria. Und weil Velouria das größte Ohrwurmpotential hat, hab ich mich für diesen Song entschieden (vielleicht schiebe ich einen der anderen zu einem späteren Zeitpunkt nach).

Ja, so ganz klassisch ist der Name wohl nicht und er erinnert vielleicht ein bisschen an Velours, vielleicht ist es auch nur ein Kosename? Jedenfalls wird eine Frau besungen: "My Velouria / Even I'll adore you". Und die Liebe soll für die Ewigkeit dauern. Händchenhalten, Spaziergänge am kalifornischen Strand... das volle Programm!

Dienstag, 3. Dezember 2013

#SayMyName 3: Julie Ruin - Tania

Julie Ruin LP
Julie Ruin ist ja das Musikprojekt, das Kathleen Hanna quasi zwischen Bikini Kill und Le Tigre allein in ihrem Schlafzimmer zum Leben erweckt. Die Julie Ruin-LP erscheint 1997. Auf der LP befindet sich auch ein Song mit einem Frauennamen als Titel: Tania ist der vierte Song von insgesamt 15. 

Die Lyrics zum Song sind recht kryptisch. Tania ist die unsichtbare Freundin der Sprecherin, die ihr irgendwie dabei hilft, mit einer schlechten Erfahrung mit einem Typen klarzukommen: "I don't know why / He didn't do it right [...] She holds my hand she is my / Invisible friend / She holds my hand she is my / Only Fucking Friend / Tania / Tania".

Montag, 2. Dezember 2013

#SayMyName 2: The Clash - Janie Jones

The Clash von The Clash
1977 bringen The Clash ihr gleichnamiges Debütalbum raus. 4000 Pfund hat die Produktion gekostet und hey, das war eine gute Investition. Schon auf dem ersten Album der englischen Punkband finden sich Hits, Hits, Hits: "White Riot", "London's Burning", "I'm So Bored In The USA". Und einer der Songs trägt einen Frauennamen: Janie Jones. 

Hinter diesem Namen verbirgt sich aber nicht irgendeine virtuelle Frau. Janie Jones ist der Künstlerinnenname einer englischen Sängerin, die in den 1960er und 1970er Jahren für den einen oder anderen Skandal sorgte. Janie Jones erschien etwa 1964 "oben ohne" zur Filmpremiere von London in the Raw, einer Doku über die Stripclubs der Stadt. Außerdem hat sie eine Gefängnisstrafe abgesessen, der Vorwurf: "controlling prostitutes".

Sonntag, 1. Dezember 2013

#SayMyName 1: Belle & Sebastian - Mary Jo

Tigermilk von Belle and Sebastian
#SayMyName heißt der diesjährige DifferentNeeds-Adventskalender. Es geht um Songs mit Frauennamen im Titel, die ich in meiner Plattensammlung aufgetan habe. Nicht mehr, nicht weniger. Belle and Sebastian machen den Anfang.

Auf der ersten Belle and Sebastian LP Tigermilk (1996) besingt Stuart Murdoch Mary Jo. Mary Jo ist eine Frau, die noch darauf wartet, dass ihr Leben richtig losgeht, obwohl sie schon viel hinter sich hat. Mary Jo trinkt Tee und sie trinkt Gin, sie wünscht sich Zigaretten und "no one can guess / What you've been through". Für mehr als Fernsehen reicht ihre Energie nicht, "Well who could blame her if she sleeps?" In ihren Träumen ist die Welt in Ordnung.

Samstag, 30. November 2013

#SayMyName-Adventskalender

In diesem Jahr wird es wieder einen Adventskalender auf DifferentNeeds geben. Nach der popkulturellen Herstory 2012 darf dieses Jahr mal wieder was Neues passieren. Was Neues, das trotzdem popkulturell ist. In diesem Jahr soll es nicht (nur) um coole Pop-Ikonen gehen, sondern vor allem um Popsongs. Ab dem ersten Dezember werde ich hier jeden Tag einen Song vorstellen. Und zwar einen Song, dessen Titel ein Frauenname ist. Ich nenne die Reihe #SayMyName. (Ja, den Destiny's Child-Ohrwurm habe ich jetzt auch.)

Jeden Tag werde ich also einen Song vorstellen, den ich irgendwo in meiner Plattensammlung gefunden habe, ein paar Zeilen dazu schreiben und ihn verlinken. Mal gucken, was für Liebes- und Hasstiraden an Mütter, Popstars und Geliebte ich finde. Freut euch in jedem Fall schon Mal auf Audrey, Prima Nina in Ekstasy und Mary Jo.

Sonntag, 24. November 2013

Gesehen: The Punk Singer - A Film about Kathleen Hanna

Musikdokus gibt es viele. Wir kennen Tourdokus, wie Lady Gagas Monster Ball Tour at Madison Square Garden,  Fandokus, wie Springsteen and I, posthum produzierte Projekte, wie The Future Is Unwritten zu Joe Strummer, Filme, die sich mit für die Musik wichtigen Orten auseinandersetzen, wie Dave Grohls Sound City und - Hand aufs Herz - ich verschlinge diese Filme und Filmchen. Erst Recht, wenn Künstler_innen portraitiert werden, die ich super finde! Klar habe ich mich da tierisch gefreut, als die Filmemacherin Sini Anderson 2011 bei Kickstarter für die Finanzierung von The Punk Singer warb, eine Dokumentation über und mit Kathleen Hanna, Riot Grrrl-Ikone, feministische Aktivistin, Künstlerin, Mutmacherin. Seitdem freue ich mich auf den Film und fiebere auf Screenings in unseren Breiten hin. Et voilà - gestern war es soweit. Im Rahmen des Kölner SoundTrack-Festivals wurde The Punk Singer - A Film About Kathleen Hanna ausgestrahlt.

Sonntag, 29. September 2013

Gelesen: Rebel Girl - Popkultur und Feminismus von Tine Plesch

aus dem Missy Magazine
Tine Plesch gehört zu den Persönlichkeiten, die mich inspirieren, obwohl ich sie nie getroffen habe. Und es gibt keine Chance, dass sich das nochmal ändert, denn Tine Plesch, Musikjournalistin und Autorin, ist 2004 verstorben. 

Inspirieren kann sie mich trotzdem weiterhin mit den Text- und Tondokumenten, die sie hinterlassen hat. Ihre Gedanken zu Pop und Feminismus, Literatur und Musik sind unter anderem in der Jungle World, der testcard und dem Nürnberger Abendblatt erschienen. Einiges davon ist frei im Netz verfügbar und das ist schön. Ohne große Hürden kann sich der_die Interessierte durch Tine Pleschs Arbeit klicken, sich mitgeschnittene Vorträge anhören und von ihr verfasste Texte lesen.

Das Problem mit diesen Online-Sachen ist allerdings immer, dass man sie sich nicht besonders gut ins Regal stellen kann. Und da kommt Tine Pleschs alte Heimat, der Ventil-Verlag ins Spiel. Von 1999 bis zu ihrem Tod war sie Mitherausgeberin der testcard, die ja bekanntermaßen in dem Mainzer Verlag erscheint. Und ganz frisch ebenda herausgekommen ist Rebel Girl - Popkultur und Feminismus, eine Sammlung von Tine-Plesch-Texten. 

Mittwoch, 29. Mai 2013

Ausstellung: Inwards and Onwards von Anton Corbijn

Das verregnete Frühjahr lässt leider nur wenige Möglichkeiten zum Abhängen auf dem Balkon, Eisessen unter freiem Himmel, für Radtouren und Freibadbesuche. Umso schöner, wenn die Museen der Region gute Ausstellungen bereit halten. Im Kunstmuseum Bochum etwa läuft seit Samstag eine Ausstellung des niederländischen Photographen und Filmemachers Anton Corbijn, der dank seiner eindrucksvollen Bilder von Pop- und Rockstars, seinen Künstler-Portraits und nicht zuletzt wegen der Filme Control und The American bekannt, wenn nicht berüchtigt ist.

Corbijns Kunst ist nicht das erste Mal in Bochum ausgestellt. Inwards and Onwards ist bereits die zweite Schau im Kunstmuseum. Im Jahr 2000 schon brach die Ausstellung seiner Bilder alle Rekorde. Und inzwischen kennt man sich. Dementsprechend familiär ging es auch bei der Vernissage letzten Samstag zu. Bochum weiß, was es an Anton Corbijn hat (nicht umsonst scheint die ganze Stadt mit Ausstellungsankündigungen plakatiert zu sein) und umgekehrt. 

Mittwoch, 8. August 2012

Roxanne & George von Carolin Walch

Im März schon ist Carolin Walchs Graphic Novel Debüt bei Reprodukt erschienen. Es begnügt sich nicht mit einem Namen, sondern trägt lieber gleich mal zwei: Roxanne & George. Schon außen präsentiert es sich in einem gewissen Bling-Bling-Chic und spart nicht mit glänzendem Gold.

Das Bling-Bling-Thema zieht sich in all seinen Facetten durch das gesamte Comic. Irgendwie ist es eine Mischung aus "Meet the Osbournes", "The Story of Anvil" und "Paris Hiltons My New BFF". Auch, wenn das anfangs etwas merkwürdig klingt: Das Mash-Up aus Metal-Nostalgie und It-Girl-Hipstertum gelingt gut. 

Carolin Walch verknüpft also zwei Haupthandlungen miteinander: die Reunion der Band Hell Patrol, die eine dramatische Vergangenheit aufarbeiten muss und die Freundschaft zweier Hollywood-Kids, die fürs Erwachsenwerden gern die Schleife über Koks-Parties und Magazin-Cover nehmen. 

Mittwoch, 30. Mai 2012

Angelesen: Dee Dee Ramones "Chelsea Horror Hotel"

Dieser Tage erscheint also die deutschsprachige Ausgabe von Dee Dee Ramones "Chelsea Horror Hotel" im Milena-Verlag. In der Jungle World ist ein Auszug zu lesen. Der Untertitel im Englischen lautet "A Novel", ein Roman also. Die drei Abschnitte, die vorab veröffentlicht worden sind, lassen aber eher eine Art Anekdotensammlung vermuten. Paradigmatisch ist hier das legendäre Chelsea Hotel, ein Künstlerhotel in New York. Dee Dee Ramone hat dort selbst einige Jahre mit seiner Frau Barbara gelebt. 

Aber auch Künstler_innen wie Salvador Dalí, Janis Joplin und Falco lebten zeitweise im Chelsea Hotel sowie auch Patti Smith. Sie nannte das Hotel mal "ein Puppenhaus in der Twilight Zone, mit Hunderten von Zimmern, von denen jedes ein eigenes kleines Universum barg." (In: Just Kids. Köln 2010. S. 137).

Freitag, 20. April 2012

Gelesen: Sickster versus Zuckerbabys

 "Pop, pop, pop goes the world"... und das nicht erst seit Leslie Fiedlers Aufsatz "Cross the Border - Close the Gap", welcher 1968 im Playboy veröffentlicht wurde (Und schon gar nicht erst seit Gossip). Da gab es so Romane wie "On the Road" von Kerouac (1957) und "Naked Lunch" von Burroughs (1959) schon längst. Fiedler gibt dem Kind dann eben noch einen Namen: Pop! 

So viel zur kurz-kurz-Fassung. Seitdem ist viel passiert, auch, was den deutschsprachigen Pop-Roman angeht. Andreas Mand, Thomas Brussig, Benjamin von Stuckrad-Barre, Christian Kracht und und und. Auch wenn bei weitem nicht alle Romane der genannten der Pop-Literatur zuzuordnen sind, haben sie sicher doch dazu beigetragen, dass die Pop-Literatur inzwischen etablierter Teil der Lesekultur ist. (Wer sich für diesen Teil der Geschichte besonders interessiert, dem sei Moritz Baßlers Buch "Der deutsche Pop-Roman. Die neuen Archivisten" ans Herz gelegt.)

Samstag, 24. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 24: Madonna

Mit mehr als 380 Millionen verkauften Tonträgern gilt sie als die kommerziell erfolgreichste Sängerin der Welt. Ihre zehn Grammys, ihr Golden Globe und die 20 MTV Video Music Awards können sich auch sehen lassen. Ob sie mit den Mondmännern und den Grammophonen ihr Wohnzimmer schmückt? Hat Madonna so etwas Ordinäres wie ein Wohnzimmer überhaupt? 

Keine Ahnung. So oder so: Ihre Bedeutung für die Popkultur ist seit mittlerweile fast dreißig Jahren unbestritten. Dafür hat Madonna auch immer hart gearbeitet. Schon zu Schulzeiten nimmt die Klavier- und Tanzunterricht und beschließt, nach dem Abschluss Tänzerin zu werden. An der University of Michigan kann sie Tanz studieren. Um sich zu finanzieren verkauft sie Donuts und macht Nacktaufnahmen. 

Madonna kann sich in verschiedenen Tanzkompanien ausprobieren. Musikalisch zugute kommt ihr schließlich das Fürsprechen von Patrick Hernandez ("Born to Be Alive"). Er nimmt sie mit nach Paris. Hier verschafft ihr der DJ Mark Kamins einen ersten Plattenvertrag, der über das Backroundsingen hinaus geht. Von ihrer ersten selftitled LP bleibt vor allem "Holiday" im Gedächtnis.

Freitag, 23. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 23: Kim Gordon

Im Riot Grrrl-ABC war schon von ihrer Band Free Kitten zu lesen. 

Aber das Multitalent Kim Gordon hat ja noch viel mehr gemacht! Sie singt, spielt Bass und Gitarre bei Sonic Youth, produziert aber auch andere Künstler_innen, führt Videoregie, schauspieler und designt Mode.

von Richard Kern
Als Tochter eines Soziologen und einer Schneiderin wächst sie zunächst in Rochester, New York auf. Aufgrund des Jobs ihres Vaters zieht die Familie aber irgendwann nach LA, wo Kim Gordon dann auch am Otis Art Institute studiert. Sie wechselt schließlich nach Toronto, was wohl die musikalischste Stadt Kanadas ist.

Nach ihrem Abschluss zieht es Kim Gordon trotzdem wieder nach New York, dieses Mal in den Big Apple. Über eine Freundin lernt sie Thurston Moore und Lee Ranaldo kennen. 1981 gründen die drei Sonic Youth. 

Kim ist aber auch in der und um die Riot Grrrl-Szene  aktiv. Mit Free Kitten werden Alben auf dem Label Kill Rock Stars released. Außerdem produziert sie die erste Hole-LP "Pretty on the Inside" (1991) mit (Courtney Loves Riot Grrrlism ist übrigens streitbar...).

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 22: Leia Organa

So viele Frauen gibt es ja im Star Wars-Universum nicht. Umso mehr fällt Prinzessin Leia Organa auf. Sie ist die Tochter von Padmé Amidala und Anakin Skywalker, also die Schwester von Luke Skywalker (das wissen die beiden aber zunächst nicht...).

Als junge Frau wird sie bei ihren Adoptiveltern Breha und Bail Organa zur Prinzessin von Alderaan. Ihr politisches Engagement wird gefödert. So wird sie zur jüngsten Senatorin überhaupt und regiert fortan Alderaan. Außerdem führt sie die Rebellen-Allianz im Galaktischen Bürgerkrieg an.  

Leia kann mit ihrem Blaster umgehen. Das verdankt sie ihrem Lehrer Giles Durane. Und das, obwohl sie eigentlich Pazifistin ist. Wenns aber hart auf hart kommt, schreckt sie auch vor Gewalt nicht zurück. Sie erwürgt Jabba the Hutt mit der Kette, mit der er sie als Sklavin festhält. 

In ihrem Buch "The Modern Amazons. Warrior Women On-Screen" (2006) charakterisieren Dominique Mainon und James Ursini Leia als "determined, forthright and somewhat sassy". Die beiden stellen auch nochmal heraus, dass Leia sich keinem Mann unterwirft, "even when in love". 

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 21: Sue Sylvester

Sue Sylvester gehört zum festen Figureninventar bei "Glee". Als Coach des Cheerleading Clubs an der William McKinley High School konkurriert sie mit dem Glee Club um die ohnehin geringen finanziellen Mittel der Schule.

Sue Sylvester nimmt ihre Rolle als Antagonistin des Glee Clubs sehr ernst. Sie schreckt vor nichts zurück: Gerüchte, Hänseleien, Sabotage... Jane Lynch, welche die Rolle der Sue spielt, charakterisiert Sue als "pure evil". Sues Mentalität ist die einer Gewinnerin. Und sie tut alles dafür, um zu gewinnen!

Die Figur ist aber auch nicht nur böse, wie zwischendurch immer wieder durchscheint. Sie opfert sich fast schon für ihre Cheerleader auf und kümmert sich zudem rührend um ihre Schwester Jean, die das Down-Syndrom hat. Wenn es ihr nützt, unterstützt Sue sogar den Glee Club. Aber immer nur kurz.

Als Sportlehrerin ist Sue immer im Adidas-Trainingsanzug zu sehen (Ja, in Stilfragen ist sie sich mit Missy Elliot einig). Aber auch sonst trägt sie immer Adidas: Abendkleider, Wintermäntel, Show-Outfits... alles ist bei Sue von Adidas (Ausnahme: das unten verlinkte Video... da verteilen sich die drei Streifen auf zwei Trainingsanzüge...). 

Dienstag, 20. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 20: Lauryn Hill

Uh la la la - Lauryn Hill kommt im Januar in die Gegend hier. Warum eigentlich nicht auch über sie bloggen? Noch dazu heißt sie mit zweitem Namen "Noel", was ja auch irgendwie Weihnachten heißt. Passt also perfekt in einen Adventskalender.

Am 26. Mai 1975 kommt Lauryn Hill in South Orange, New Jersey zur Welt. Ihre Eltern sind Lehrerin und Programmierer. Sie lieben und leben Musik. Besonders die Motown-Sammlung der Eltern hat es Lauryn Hill angetan.

Schon 1988 gründet sie mit Wyclef Jean und Pras Michel The Fugees. Sie ruht sich aber nicht auf der Musik aus, sondern studiert nebenbei auch noch Geschichte.   

Die erste Fugees-LP "Blunted on Reality" (1994) ist zwar ein Kritiker_innenliebling, wird aber kein kommerzieller Erfolg. Ganz im Gegensatz zu "The Score" zwei Jahre später. 17 Millionen verkaufte Exemplare, damit jede Menge Platin und zwei Grammy-Awards sprechen für sich! Der Erfolg in Deutschland basiert wohl auch auf dem "Killing Me Softly"-Cover, das hier mehrere Wochen auf Platz eins der Charts ist.