Neulich kam das Gespräch im Bekanntenkreis auf das immernoch recht neue Fräulein Magazin. Das Missy Magazine sei ja eine coole Zeitschrift, aber für einige vielleicht zu direkt, zu politisch. Das Fräulein dagegen würde auf sanfte Art ein neues Frauenbild propagieren und Emanzipation als Selbstverständnis präsentieren.
Ich kam also ins Grübeln. Nachdem ich die erste Ausgabe von einigen Glanzlichtern (Peaches!) abgesehen ziemlich schlecht fand, will ich dem Fräulein gern eine zweite Chance geben.
Die zweite Ausgabe des Fräulein ist schon im Sommer irgendwann erschienen. Das Cover präsentiert geschminkte Ungeschminktheit und eine Miezekatze - Tierchen kommen immer gut. Angekündigt wird ein bisschen Politik (Tschernobyl), ein bisschen mehr Mode (Cartier und Bademode) und ein bisschen Angelina Jolie. Außerdem jetzt "24 Seiten mehr". Mehr Platz für Werbung?! Auf die Idee kommt man jedenfalls, denn von den acht (!) Seiten Werbung vor dem Editorial haben die Heftmacher_innen auch bei der zweiten Ausgabe nicht abgesehen. Gut, irgendwie muss sich ein Magazin finanzieren. Aber unterschiedliche Frauen ansprechen wollen und die immer gleichen zeigen (dürr, unterkühlt) widerspricht sich doch irgendwie.
