Sonntag, 4. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 4: Michonne aus The Walking Dead

Seit 2010 läuft auf dem US-Amerikanischen TV-Sender AMC eine Zombie-Serie: The Walking Dead. Wie manch eine_r vielleicht nicht weiß: Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Comic. Die Macher Robert Kirkman (Autor), Tony Moore (Zeichner, nicht zu verwechseln mit Alan Moore) und später Charlie Adlard haben eine Welt geschaffen, die man wohl am besten Zombie-Apokalypse nennen kann. Und was zur apokalyptischen Hölle hat das jetzt mit der popkulturellen Herstory zu tun? Ganz einfach - mit Michonne haben die Macher eine ziemlich coole Frauenfigur erschaffen!


Sie gehört zur Gruppe der Überlebenden, die sich durch die Zombie-Nation USA schlagen, immer in der Hoffnung auf einen sicheren Ort und eine bessere Zeit. Michonne ist eine Kämpferin. Bewaffnet mit einem Katana, also einem japanischen Langschwert, metzelt sie alles ab, was irgendwie untot rüberkommt. Ihre Skills mit dem Schwert erklärt sie mit einer Vergangenheit als Fechterin.


Michonne ist eine der Protagonistinnen in The Walking Dead. Trotzdem ist ihre Vergangenheit ein Geheimnis. Sie erzählt, dass sie am College war und im weiteren Verlauf erfährt das Lesepublikum, dass sie als Anwältin gearbeitet hat. Im Laufe der Comic-Serie spricht sie auch von einer großen Familie (ihre Eltern, drei Geschwister, zwei Töchter, ein Ex-Mann und ein Freund). Im Kampf gegen die Zombies ist sie aber mit den anderen Überlebenden allein. 

Samstag, 3. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 3: Ari Up

Ari Up wird 1962 als Ariane Daniele Forster in München geboren. Ihre Mutter Nora ist im Musikbusiness zuhause. Sie ist mit Jimi Hendrix befreundet und heiratet John Lyndon von den Sex Pistols. Der Punk ist Ari also quasi in die Wiege gelegt (auch, wenn John nicht ihr Vater ist). “Since I was a baby, I was bombarded by music”, sagt sie einmal in einem Interview mit Pitchfork, in dem sie ausführlich ihr ganzes Leben kommentiert.

Weil die Musiker_innen im Hause Forster/Lyndon ein- und ausgehen, ist es eigentlich nur eine natürliche Entwicklung, dass Ari auch irgendwann beginnt, Musik zu machen. Gitarre spielen lernt sie dann von Joe Strummer (The Clash). 

Als Ari 14 ist, gründet sie mit Drummerin Palmolive The Slits. Wenig später stößt Viv Albertine an der Gitarre dazu. Schon Ende der 1970er gehen The Slits als Support von The Clash auf Tour. Die Einflüsse von Reaggae und Dub verarbeiten beide Bands gleichermaßen - passte also gut! Die Buzzcocks und Subway Sect fahren die White Riot Tour auch mit.

1981 lösen The Slits sich auf (nach vielen Line-Up-Wechseln). Ari ist inzwischen verheiratet und hat Zwillinge. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie für eine Weile in Indonesien und Belize, später auch auf Jamaika.
Musik machte Ari weiterhin, erst mit der Band New Age Steppers, später solo und immer wieder als Feature bei anderen Künstler_innen. Ihre erste Solo-LP Dread More Dan Dead veröffentlicht sie 2005.

Freitag, 2. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 2: Lady Gaga

Lady Gaga, mit bürgerlichem Namen Stefani Germanotta, ist wohl zur Zeit einer der meist-diskutierten Popstars der Welt. Kürzlich widmete die Spex ihr ein Cover mitsamt Dossier,  sie war auf dem Cover des NME, läuft rauf und runter bei MTV, bevölkert das Internet... sie ist omnipräsent.

Was bei dem Output aber auch nicht weiter verwundert. Nach ihrem Debütalbum "The Fame" (2008) folgten "The Fame Monster" (2009) und jüngst "Born This Way" (2011). Dazwischen: Hits mit New Kids On The Block ("Big Girl Now") und mit Beyoncé ("Telephone" und "Video Phone").

Von MTV.de
Und wenn sie mal nicht wegen ihrer Musik, ihren bisweilen spektakulären Auftritten oder Outfits im Gespräch ist, sorgen sie und ihr Marketing mit nett platzierten Gerüchten dafür, dass sie trotzdem im Gespräch bleibt. 

Was aber das Konzept von Lady Gaga vor allem auszumachen scheint, ist ihr virtuell-enger Kontakt zu ihren Fans. Regelmäßig füttert die "Mother Monster" ihren Twitter-Account, ihr Facebook-Profil und nicht zuletzt das "House of Gaga", ihre Homepage. 

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 1: Lisa Simpson

Lisa Marie Simpson ist eines von drei Simpsons-Kids und spielt eine der Hauptrollen in der gleichnamigen Serie. Lisa ist für immer acht Jahre alt, überzeugte Vegetarierin und smarte Saxophonspielerin. Außerdem ist sie mit einem Intelligenzquotienten von 159 
hochintelligent.

Lisa engagiert sich politisch, etwa für Tierschutz und die Menschenrechte in Tibet. Manchmal ist sie aber auch einfach nur ein Kind, das Einhörner liebt, gern mit seiner Malibu Stacey-Puppe spielt oder sich Geschichten von den älteren Familienmitgliedern erzählen lässt.

Auch, wenn Lisa und ihr Bruder Bart in einigen Folgen eher antagonistische Positionen zueinander einnehmen, lieben sich die beiden. Lisas erstes Wort ist "Bart" und wenn es hart auf hart kommt, sind die beiden ein gutes Team.

Eine von Lisas Leidenschaften ist das Lesen. Sie liest unter anderem Emily Dickens, Virginia Woolf und Zelda Fitzgerald. 

Mittwoch, 30. November 2011

Eine popkulturelle Herstory in 24 Kapiteln

Weihnachten mag vielleicht nicht jede_r... Ich aber schon! Und Adventskalender mag ich auch. Dieses Jahr gibt es auch einen hier auf different needs und zwar in Form einer popkulturellen Herstory! In den nächsten Tagen stelle ich euch spannende Frauen(figuren) aus Funk und Fernsehen, Comic und Kino vor. Freut euch auf Lisa Simpson, Ari Up, Missy Elliot und und und...

Die Herstory folgt keiner Chronologie, ist nicht alphabetisch und auch kein Ranking. So eine Liste ist natürlich endlos weiterzuführen... aber los geht es erst mal mit 24 coolen Mädchen und Frauen! 


Wer darf auf gar keinen Fall fehlen? Her mit den Vorschlägen! 

Dienstag, 29. November 2011

Blattkritik: "Fräulein" die Zweite

Neulich kam das Gespräch im Bekanntenkreis auf das immernoch recht neue Fräulein Magazin. Das Missy Magazine sei ja eine coole Zeitschrift, aber für einige vielleicht zu direkt, zu politisch. Das Fräulein dagegen würde auf sanfte Art ein neues Frauenbild propagieren und Emanzipation als Selbstverständnis präsentieren.


Die zweite Ausgabe des Fräulein ist schon im Sommer irgendwann erschienen. Das Cover präsentiert geschminkte Ungeschminktheit und eine Miezekatze - Tierchen kommen immer gut. Angekündigt wird ein bisschen Politik (Tschernobyl), ein bisschen mehr Mode (Cartier und Bademode) und ein bisschen Angelina Jolie. Außerdem jetzt "24 Seiten mehr". Mehr Platz für Werbung?! Auf die Idee kommt man jedenfalls, denn von den acht (!) Seiten Werbung vor dem Editorial haben die Heftmacher_innen auch bei der zweiten Ausgabe nicht abgesehen. Gut, irgendwie muss sich ein Magazin finanzieren. Aber unterschiedliche Frauen ansprechen wollen und die immer gleichen zeigen (dürr, unterkühlt) widerspricht sich doch irgendwie.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Delayed Replays von Liz Prince

Von Liz Prince hat mir schon Will You Still Love Me If I Wet The Bed sehr gut gefallen. In Replayed Delays bringt sie die Sachen mal wieder auf den Punkt. Zwischenmenschliches und Mensch-und-Katzliches sind die Hauptthemen in Liz' Sammlung. 

Und irgendwie findet man sich und manche Freundinnen und Freunde doch ziemlich oft wieder in ihren kleinen Comicstrips. Liz zeichnet auch in diesem Bändchen recht einfach, aber doch charakteristisch. Ihre Katze Science kommt auch in Replayed Delays wieder vor. Ihr Freund nicht mehr. Der ist inzwischen wohl ihr Ex-Freund. Dafür ist aber ein neuer Mann am Start. Autobiographisch ist sie also immernoch. 

Liz hat einen guten Musikgeschmack, mag Pizza und Kekse und würde auch sonst ganz gut in meinen Freund_innenkreis passen. Für's erste nehme ich aber auch gerne weiter mit ihren Comics Vorlieb. Replayed Delays ist klein und fein, fasst sich gut an, ist schwarz/weiß, günstig und macht Spaß! 

Freitag, 14. Oktober 2011

Slutwalk in Münster am 29.10.11

Mehr Infos hier.

TOLL. magazin für wundertage

Bildquelle: Aktion Mensch
Ein neues Magazinprojekt hat diesen Herbst das Licht der Welt erblickt: TOLL. magazin für wundertage. Ja, kann man jetzt sagen - noch eine neue Zeitschrift, wer braucht die denn? Das Projekt von Sylvia Heinlein und ihrem Team ist aber durchaus was besonderes!

Menschen mit und Menschen ohne Handicap haben sich hier als Models, Schriftsteller_innen und Lebenskünstler_innen mit interessanten Biographien zusammengetan. Das Ergebnis lässt sich sehen! Optisch kann es locker mit Neon, Missy Magazine und anderen jungen Formaten mithalten. Inhaltlich übertrifft es die bekannten Formate an Kreativität doch ziemlich. Oder wo hat man sonst schon Mal von Giraffen mit hochhackigen Schuhen gelesen?

Freitag, 9. September 2011

Der Vaginaraub - Sex'n'Rock'n'Horror Show

Ja, was habe ich denn eigentlich erwartet, als Christoph Glanemann (bekannt durch GOLDUST und vor allem durch den Penisraub) sein zweites Musical ankündigte? Ein Musical namens Vaginaraub übrigens - da hat er sich in Sachen Gleichberechtigung nicht lumpen lassen. Der Untertitel: Sex'n'Rock'N'Horror Show. Frei ab 18 Jahren. 

Provokation habe ich erwartet. Und Provokation habe ich bekommen. Nackte Haut, überdimensionierte Penisse (wie auch schon im Penisraub), Körperflüssigkeiten jeder Coleur, blutrünstige Operationen... am 6. September 2011 feierte der Vaginaraub in Münster Premiere.

Kurz zur Handlung: Penisse sind Sex und Sex ist Macht. Klar, dass der Weltherrscher die Macht der Penisse für sich nutzen will. Penisse erzeugen beim Sex Reibung, diese Reibung erzeugt Energie, welche sich wiederum zu Geld machen lässt (mal ein neuer Ansatz zur viel diskutierten Energiewende...). Sex wird abgeschafft. Zur Not auch mit Gewalt. 

Montag, 29. August 2011

Will You Still Love Me If I Wet The Bed? von Liz Prince

...und noch ein Comic, welches in Missy-Dossier zumindest Erwähnung fand (wenn eine ausführliche Beschreibung auch, wohl aufgrund von Platzmangel, ausblieb): Will You Still Love Me If I Wet The Bed? von Liz Prince. In Boston hat sie die School of the Museum of Fine Arts besucht. Inzwischen zeichnet sie Comics und hat nach ihrem Debüt Will You Still Love Me...? (2004) noch einiges mehr herausgebracht. Neben Zines und Anthologien füttert Liz auch regelmäßig ihren Blog mit kurzen Sketches, die sie wohl am liebsten zu einem Soundtrack bestehend aus Poppunk-Kram, Emo und allem dazwischen zeichnet.

"Put the needle on the record" von Liz Prince
Die Zeichnungen sind recht einfach und in schwarz/weiß gehalten. Zum Teil sieht man noch Hilfslinien. Trotz der Einfachheit kommen Mimiken und Gestiken gut rüber.  Hintergründe sind meistens nicht besonders ausgeschmückt. Das vermisst man beim Lesen und Betrachten aber auch nicht weiter. In Will You Still Love Me...? bestehen die Comicstrips selten aus mehr als vier Bildern. 

Dienstag, 23. August 2011

Make me a Woman von Vanessa Davis

Im aktuellen Missy Magazine ist das Dossier Comics aus weiblicher Hand gewidmet. Der kurze Beitrag zu Make me a Woman von Vanessa Davis hat mich neugierig gemacht, also habe ich es mir direkt mal für mein Bücherregal besorgt. 
In Make me a Woman versammelt Vanessa Davis allerhand Comicstrips, Figurenstudien und gezeichnete Tagebucheinträge aus den Jahren 2004 bis 2010. In ihren Zeichnungen macht sie sich selbst zur Protagonistin.

Startpunkt für ihre Comic-Karriere sind ihre Tagebucheinträge, wie sie im Interview mit The Rumpus verrät. Vanessa hat eine Art School abgeschlossen, kann mit der "whole fine art world" aber nicht sonderlich viel anfangen. In New York lernt sie schließlich andere Cartoonistas kennen und beginnt, ihre Zeichnungen in Zines und Anthologien zu veröffentlichen. 

Die Geschichten sind recht kurz, maximal drei Seiten lang. Aber dadurch, dass verschiedene Charaktere immer wieder auftauchen, hängen die Stories eben doch zusammen. Ihre jüdische Familie taucht zum Beispiel immer wieder auf. 

Vanessa  verhandelt in ihren Geschichten vieles, was sie in ihrer Kindheit geprägt hat, zum Beispiel die Aufenthalte in Sommercamps (die Geschichte über den Aufenthalt im Fat Camp ist besonders witzig) und Familienfeiern.

Aber auch ihr Alltag als erwachsene Frau in New York und später Santa Rosa, Kalifornien, wird zum Thema. Liebschaften, Freundschaften, Partynächte, Job, das Zeichnen... alles findet sich in Make me a Woman wieder. Vanessa Davis wirkt durch ihren Comicband extrem offen und selbstreflexiv.

Dienstag, 9. August 2011

Dies und das und differentneeds

Am kommenden Wochenende ist Veggie Street Day in Dortmund. Um 11 Uhr gehts auf dem Reinoldikirchplatz los. Das Straßenfest (nicht nur für Vegetarier_innen und Veganer_innen) zeigt, dass tierfreie Ernährung lecker und vielseitig ist. 

Das Programm orientiert sich an den bekannten Straßenfesten, mit dem Unterschied, dass die Kochshows (unter anderem mit Jérôme Eckmeier), die sportlichen Darbietungen und die Musik von Veganer_innen präsentiert wird. (Mit dabei ist auch Nessi, der einen oder dem anderen sicher aus dem PETA2-Videoblog "Nessi wird vegan" bekannt.)
  
Photo: graciehagen
Noch ein guter Grund am Samstag mal in Dortmund vorbei zu schauen ist der SlutWalk Ruhr.  Beim "Aufmarsch der Schlampen" wird gegen Sexismus, gegen sexuelle Gewalt, und für Selbstbestimmung demonstriert. Die SlutWalks richten sich seit Beginn des Jahres weltweit gegen ein "Victim Blaming" im Stile von "Wenn Du Dich so anziehst, darfst Du Dich nicht wundern, dass Dich jemand angrabscht" oder "Was machst Du um die Uhrzeit auch alleine auf der Straße?". Mehr Input findest Du auf ihollaback.org und bei den FAQs des SlutWalk Ruhr. SlutWalks gibt es übrigens auch in Münster, Leipzig, Bremen und und und. Hier ist eine Liste. Eingeladen sind natürlich nicht nur Mädchen und Frauen, sondern alle, die ein Zeichen für Selbstbestimmung setzen wollen.

Ein Termin, der noch etwas weiter entfernt ist, ist der 10. September. Da findet ein Zinefest in Leipzig statt. Markus vom Kalter Kaffee Zine organisiert mit. Eingeladen zum Zineattack #01 ist jede_r Interessierte, ob mit Zine, oder ohne. Auf dem Plan stehen Kurzfilme, Lesungen, Distros und eine Zine-Redaktion während des Festivals.