Samstag, 17. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 17: PJ Harvey

Polly Jean Harvey hat dieses Jahr mit "Let England Shake" ihr zehntes Solo-Album rausgebracht. In die UK-Charts steigt sie direkt auf Platz 8 ein, der zweite Top Ten-Erfolg nach "Rid of Me" 1993. Zum Album sind zwölf Kurzfilme von Seamus Murphy entstanden. 

PJ Harvey ist aber nicht immer solo unterwegs. Ihre musikalische Karriere beginnt mit der Band Automatic Dlamini. Hier spielt sie Gitarre und Saxophon und singt Back-Ups. Später wird sie sagen, dass es eine tolle Gelegenheit war, Bühnensicherheit zu gewinnen.

Aus dem Automatic Dlamini Projekt wird das PJ Harvey Trio und aus dem PJ Harvey Trio wird PJ Harvey. Sie legt großen Wert darauf, sich in ihrem künstlerischen Tun nicht zu wiederholen. "Because I'm in this for learning." 

PJ Harvey hangelt sich vom Rock zu Pop zu Electronice zu Folk. Die vielen Instrumente, die sie spielt, bieten immer wieder neue Variationen. Die Neuerfindungen breiten sich auch auf ihr Outfit aus. Mal knapp und bunt, dann wieder lang und schwarz - die Outfits konzipiert sie mit ihrer langjährigen Freundin Maria Monchnacz

Freitag, 16. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 16: Nina Hagen

Godmother of Punk, der Titel wurde hier schon an Patti Smith vergeben. Genauso gut könnte man ihn aber Nina Hagen geben!


1955 wird sie in Ost-Berlin geboren. Ihre Mutter ist die Schauspielerin Eva-Maria Hagen, der Vater ist Schriftsteller Hans Hagen. Die Ehe ihrer Eltern hält nicht lange. Als Nina Hagen neun Jahre alt ist, tritt Liedermacher Wolf Biermann in ihr Leben. 

Quelle
In den 1970er Jahren beginnt Nina Hagens öffentliches, künstlerisches Schaffen! Mit "Du hast den Farbfilm vergessen" (1974) landet sie mit der Gruppe Automobil einen Hit, der auch im Westen zum Ohrwurm wird. Neben der Musik spielt sie auch in verschiedenen Filmen mit und steht mit ihrer Mutter auf der Theaterbühne. 

1976 wird erst Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert, wenig später dann auch Nina Hagen. 

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 15: Arya Stark

"A Game of Thrones" ist wohl der HBO-Hit des Jahres. Basierend auf dem Roman-Epos "A Song of Ice and Fire" von George R. R. Martin kämpfen in der Serie die sieben Königreiche von Westeros miteinander und gegeneinander für und gegen den Thron. Zwischendurch geht es um the others auf der anderen Seite eines Eiswalls und um Drachen... ja, es handelt sich um eine Fantasy-Serie. Abschalten muss man trotzdem nicht. "A Game of Thrones" ist nämlich extrem unterhaltsam und hat durchaus Anfix-Potential. 

Das liegt unter anderem an den unterschiedlichen, fast unzähligen Figuren. Eine besondere Sympathieträgerin ist Arya Stark. 

Sie ist die zweite Tochter von Lord Eddard Stark und Lady Catelyn Stark. Arya ist ein smartes Mädchen, das schnell von "typischen" Mädchenaktivitäten, wie Handarbeit, angeödet ist. Stattdessen schaut sie lieber ihren großen Brüdern beim Bogenschießen zu. Besser als ihr Bruder Bran schießt sie allemal!

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 14: Grace Jones

Grace Jones ist, wie auch Debbie Harry und Patti Smith, Ende der 1940er geboren worden. Allerdings nicht auf US-Amerikanischem Boden. Sie kommt auf Jamaica als Tochter eines Predigers zur Welt.

Schon früh zieht sie mit ihrer Familie nach Syracuse, New York und besucht als einzige schwarze Frau die Highscool. Überhaupt ist die Schulzeit nicht leicht für sie, da sie mit den starren Strukturen (im Vergleich zu ihrer Heimat) nicht gut klar kommt. Die Idee Sprachlehrerin zu werden verwirft Grace Jones schnell wieder. Stattdessen wird sie an der Schauspielschule als Modell entdeckt und geht in den 1970er Jahren für eine Weile nach Paris, wo sie für Vogue- und Elle-Cover geshootet wird.  

Photo: Jean-Paul Goude
Ende der 1970er/Anfang der 1980er bewegt sich Grace Jones im Dunstkreis des Studio 54, wo sie zur Muse Andy Warhols avanciert. Hier wird sie zur  Ikone der schwulen Gemeinschaft, wodurch vor allem ihr Spiel mit den Geschlechtern beigetragen haben dürfte.

Sie beginnt in dem Club zu singen. Schon bald kann sie Alben aufnehmen. Dafür tut sie sich unter anderem mit Jean-Paul Goude zusammen. Der Photograph/Regisseur/Illustrator/... wird auch Vater ihres Sohnes. 

Dienstag, 13. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 13: Beth Ditto

Beth Ditto wächst mit sechs Geschwistern, der Mutter und hin und wieder mit einem Stiefvater in einem Trailerpark in Arkansas im amerikanischen Bible Belt auf. Dass man da Eichhörnchen isst, wie sie mal in einem Interview behauptete, ist wohl Quatsch.  

Quelle
Sobald sie kann, haut sie aus ihrer Heimatstadt ab. Es zieht sie nach Olympia. Hier tobt in den 1990ern die Riot Grrrl-Bewegung. Gemeinsam mit Hannah Blilie und Kathy Mendonca (beide kommen auch aus ihrer Heimatstadt Searcy) gründet sie 1999 The Gossip. Die ersten Platten von Gossip werden auf dem Olympia-Label Kill Rock Stars released. Auf dem allerersten Ladyfest spielen Gossip unter anderem mit Sleater-Kinney

Der Durchbruch gelingt Gossip und damit auch Beth Ditto mit der LP "Standing in the Way of Control". Beth geistert seitdem durch die Medien. Sie schreibt ab 2007 eine Kolummne für The Guardian - "What would Beth Ditto do?" Hier berät sie Menschen in allen Lebenslagen - in bester Cathy and Claire Manier. 

Montag, 12. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 12: Miss Piggy

Miss Piggy ist wahrscheinlich das stilvollste Schwein im Showbusiness. Ich meine, Rudi Rüssel und Babe hängt sie mal locker ab!

Piggy ist Star in der Muppetshow. Ihre Profession? Diva! Sie schauspielert und singt aber auch noch. Und das so erfolgreich, dass ihre ursprüngliche Nebenrolle nach der ersten Staffel schnell zu einer Hauptrolle ausgebaut wurde. 

Ihre Fähigkeiten werden gewürdigt. 1996 wird Miss Piggy vom TV Guide auf Platz 26 der "50 greatest TV Stars of All Time" gewählt. Eines ihrer Bücher erreicht die Bestsellerliste der New York Times.
 
Man könnte sagen, dass die Schweinedame einen sehr emotionalen Charakter hat. Das wäre aber untertrieben. Eigentlich ist sie ziemlich unkontrolliert. Wann auch immer sie sich falsch behandelt fühlt, wird sie zur Furie. Besonders oft muss Kermit der Frosch darunter leiden. Den liebt sie eigentlich heiß und innig.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 11: Patti Smith

Nach den ersten zehn schon wirklich coolen Frauen folgt heute die elfte: Patti Smith, die Godmother of Punk. Sie feiert am 30. Dezember ihren 65. Geburtstag. Und in den letzten Jahren hat sie einiges gerissen! Sie ist Musikerin und Poetin, Visual Artist und Performerin, Rockjournalistin und und und.

Einer ihrer bekanntesten Songs ist sicher "Because the Night" (1978), tausendfach gecovert und nie wieder so gut, wie bei ihr. Geschrieben hat sie den Song übrigens mit dem Boss - Bruce Springsteen. Aber vor diesem Hit passiert schon so viel! 

Photo von Graciela Iturbide
Patti Smith wächst in einfachen Verhältnissen auf. Ihre Eltern sind Zeug_innen Jehovas. Da kann sie spätestens in Jugendjahren nichts mehr mit anfangen. Nach ihrem Schulabschluss mit 16 arbeitet sie in einer Fabrik. Als sie mit 21 eine Tochter zur Welt bringt, entscheidet sie sich, das Kind zur Adoption frei zu geben. 

Im selben Jahr geht Patti Smith nach New York. Hier trifft sie den Photographen Robert Mapplethorpe, mit dem sie eine intensive Liebesbeziehung hat. Sie nennt ihn "the artist of my life". Die beiden genießen das Leben im Big Apple, auch wenn es bisweilen extrem prekär ist. Wie auch Debbie Harry hängen die beiden in Max's Kansas City und im CBGBs ab. 

Samstag, 10. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 10: Kima Greggs

Unter dem Motto "Fuck the average reader" hat David Simon in den letzten zehn Jahren eine  Serie geschrieben und produziert, der inzwischen längst auch in Europa Fans gefunden hat: The Wire (2002-2008 auf HBO). Eine kleine Einführung in den Kritiker_innenliebling gibt Laura beim Missy-Gastblog. 

Kurz reißt sie da auch eine der weiblichen Hauptfiguren an: Detective Kima Greggs, gespielt von Sonja Sohn. Sie arbeitet beim Baltimore Police Department, ist offen lesbisch und hardert mit Problemen, die man engstirnig sonst eher den männlichen Kollegen zuordnen würde: Alkoholismus und bisweilen auch Beziehungsunfähigkeit.  

Eigentlich will sie nur ihren Job machen. Ihre Freundin Cheryl überredet sie dann aber, noch einen Abschluss in Jura nachzumachen. Das ewige Lernen zuhause nervt Kima und führt auch das eine oder andere Mal zum Streit. 

Freitag, 9. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 9: Missy Elliot

Zeit für ein bisschen HipHop! Heute soll es um Missy Elliot gehen - eine Frau die auf der Bühne und auch hinter den Kulissen extrem wichtig für den amerikanischen HipHop und R'n'B war und ist.


Sie rappt nämlich nicht nur selbst, sie schreibt auch Songs für und produziert andere Künstler_innen, wie zum Beispiel Christina Aguilera und Janet Jackson. Oft arbeitet sie dabei auch mit Timbaland zusammen. Die beiden kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Eines der wichtigsten Projekte der beiden war wohl die Produktion des Aaliyah-Albums "One in a Million" (1996). 

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 8: Deborah Harry

Nicht unwesentlich viele Menschen auf dieser Welt denken bestimmt, "Deborah Harry" und "Blondie" kann man synonym verwenden. Kann man aber nicht! Debbie Harry ist die Sängerin von Blondie - das wohl. Aber da gehören dann immer noch vier andere Menschen (wenn auch wechselnde) dazu!


1989
Debbie Harry wird 1945 in Miami geboren und wächst fortan bei Adoptiveltern auf. Mit 19 zieht sie nach New York und hält sich da mit verschiedenen Jobs über Wasser. Unter anderem jobbt sie als Playboy-Bunny und serviert im bekannten Hasenkostümchen Drinks im Playboy-Club. Als Kellnerin in Andy Warhols Lieblingsladen (Max's Kansas City) bedient sie Jimi Hendrix und Miles Davis. 

Sie ist zu ihrer frühen New York-Zeit aber auch schon musikalisch präsent und tritt öfter im CBGB's auf (ein inzwischen fast schon mythischer Ort der NY-Punk- und Hardcoreszene). Dort lernt sie auch Chris Stein kennen und wird Mitglied seiner Band, The Stilettos. 1974 gründen die beiden Angel and the Snake, die Blondie-Vorgängerband. In der New Yorker Szene reißen sie mit dem Projekt so richtig was.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 7: Tomb Raider

Der Plan der popkulturellen Herstory war es, über Frauen(figuren) aus Funk und Fernsehen, Comic und Kino zu präsentieren. Aber auch in der Gaming Culture gibt es coole Frauen! Eine von ihnen ist Lara Croft. Optisch den derbsten Männerphantasien entsprungen steht sie trotzdem ihre Frau. 

Die Tomb Raider-Serie gehört zu den erfolgreichsten Spielen überhaupt. Weltweit wurden 35 Millionen Exemplare der Reihe verkauft. Die Mischung aus Action und Adventure kommt an.

Protagonistin Lara Croft wird Ende der 1960er Jahre als Tochter einer Aristrokrat_innenfamilie in West-England geboren. Sie besucht eine Eliteschule und geht schon mit 16 Jahren zu ersten Ausgrabungen nach Kambodscha. Manch eine_r bezeichnet sie als den weiblichen Indiana Jones. Als Archäologin reist Lara viel. 

Neben dem Tomb Raider-Spiel sind Lara Croft inzwischen auch zwei Filme sowie diverse Comics gewidmet. In den Filmen wird sie von Angelina Jolie verkörpert. 

Was macht jetzt Lara Croft zu einer coolen Frau? Sie ist eine Abenteurerin, eine Kämpferin! Lara kämpft gegen gigantische Roboter, wilde Tiger und Haie. Sie beschützt die Welt für tödlichen Viren und riskiert ihr Leben während ihrer Abenteuer.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 6: Daisy Duck

Die Donaldist_innen unter uns wissen es schon lange: Ohne Daisy Duck wäre Entenhausen nur halb so unterhaltsam. Als moderne Ente muss sie sich nicht auf einen Erpel festlegen und flirtet stattdessen mit Donald Duck und Gustav Gans gleichermaßen. Einer Systemanbiederung in Form einer Hochzeit stimmt sie in letzter Konsequenz nie zu, auch wenn sie die ewige Verlobte Donalds ist.

Verheiratet ist Daisy also nicht mit Donald. Den gleichen Nachnamen teilen die beiden aufgrund familiärer Verbindungen. Daisy ist wohl die Cousine Donalds.

Daisy ist inzwischen 70 Jahre alt. Kaffeekränzchen mit ihren Freundinnen Minni Maus und Klarabella Kuh gehören zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Sie sind alle Mitglieder der Chit-Chat-Society.  Sie genießt aber auch das kulturelle Angebot in Entenhausen: Kino, Theater... oder sie löst als ihr Alter Ego Phantomine spannende Fälle! 

Montag, 5. Dezember 2011

Eine popkulturelle Herstory - 5: Björk

Wenn ich an Island denke, denke ich zuallererst an sie! Wenn ich an Roboter denke auch! Und wenn ich an Schwäne denke - dann auch! Björk ist eine Frau, die in einer popkulturellen Herstory definitiv nicht fehlen darf!


Björk bei den Oscarverleihungen 2001
Der Grundstein für ihre Musikkarriere wird schon früh gelegt. Im Alter von fünf Jahren bekommt sie Musikunterricht in Reijkavik. Björk lernt Flöte und Klavier spielen und wie man singt lernt sie auch. Schon mit elf wird sie entdeckt. Ein Lehrer schickt eine Aufnahme von Björk, die den Song "I Love To Love" von Tina Charles singt, an einen Radiosender. Islandweit ausgestrahlt wird schließlich eine isländische Plattenfirma auf sie aufmerksam. 1977 nimmt sie gemeinsam mit ihrem Vater das erste Album auf (Björk singt Kinderlieder, isländische Volkslieder und covert auch einen Beatles-Song). 

Ihre musikalischen Vorlieben ändern sich schnell. Anfang der 1980er gründet Björk ihre erste Punkband Spit and Snot. Mit ihrer späteren Band KUKL tourt sie gemeinsam mit Crass durch Island und England. Die Bands spielen auch in West-Berlin. In "Wenn man einen weißen Anzug trägt" (2001) beschreibt Max Goldt, wie er Björk zu dieser Zeit getroffen hat.